Ratgeber

Frau Buchsbaum rät…

Das derzeitige schwüle Wetter macht so manchem zu schaffen. Manch einer fühlt sich antriebslos, schlapp und müde. Dieser Zustand muss aber nicht am Wetter liegen, sondern kann ganz andere Ursachen haben. Handelt es sich um eine Begleiterscheinung einer siechenden Krankheit, sollte eine Kräuterkundige sich darum kümmern, für alle anderen, wie Herrn Apfelhain aus Hafergut, habe ich ein paar Ratschläge parat.

 

Leserbrief von Bero Apfelhain aus Hafergut

Hallo Frau Buchsbaum,

ich bin ein vielbeschäftigter Mann mittleren Alters aus Hafergut. Jeden Tag muss ich mich konzentrieren und auch körperlich anstrengenden Tätigkeiten nachgehen. In letzter Zeit bin ich aber immer so träge und müde und komme den ganzen Tag nicht so recht aus dem Törtchen. Habt Ihr ein paar Ratschläge, wie ich mittags wieder vitaler bin?  

Freundlichst
Bero Apfelhain

 

Herr Apfelhain,

wenn Ihr nicht krank seid, muss der desolate mittägliche Zustand an etwas anderem liegen: Eurem Lebenswandel. Der offensichtlichste Punkt, den Ihr klären solltet, ist der Eurer Nachtruhe. Geht Ihr rechtzeitig ins Bett und schlaft auch ruhig und erholsam? Legt Euch einmal mittags hin und schaut, ob Eure Müdigkeit und Antriebslosigkeit dann verschwunden ist. Falls ja, solltet Ihr dringend an Eurem Nachtschlaf etwas ändern. Geht früher zu Bett und sorgt dafür, dass nichts Eure Nachtruhe stört. Vielleicht schlaft Ihr aber auch viel zu lange. Mehr als neun Stunden solltet Ihr nicht im Bett verbringen. Das wäre schlecht für Eure Leistungsfähigkeit.

Trinkt Ihr genug? Gerade bei diesem heißen Wetter braucht Ihr viel zu trinken, am besten Wasser oder Tee, aber keinen Kaffee. Ihr solltet auch gleich nach dem Aufstehen mindestens einen Krug Wasser trinken, denn bedenkt, dass Euer Körper wegen des Schlafs wenigstens acht Stunden nichts mehr zu trinken bekommen hat. Das wird Euch in Schwung bringen, wenn Ihr zu Eurem Frühstück nicht nur schwere Sachen wie Schinkenspeck, gebackene Bohnen oder Frühstückswürstchen esst. Versucht es mal mit Möhren oder Äpfeln dazu. Ein Stück bittere Schokolade kann ebenfalls helfen.

Ihr schreibt, dass Ihr Euch bei der Arbeit körperlich anstrengt. Das ist gut so, das bringt Euch in Schwung. Fangt mit der Bewegung aber schon früher an, nämlich gleich nach dem Krug Wasser am Morgen. Lauft an der frischen Luft ein paar Runden durchs Dorf oder macht Kniebeugen. Vergesst nicht, danach ein Bad zu nehmen, natürlich kalt und erfrischend. Das regt müde Geister an.

Aufregung, Hektik und Nervosität können auch eine Ursache für Müdigkeit sein, weil sie für eine ununterbrochene Anspannung des Körpers sorgen. Vielleicht habt Ihr ja private oder berufliche Probleme, mit denen Ihr Euch auseinandersetzt oder auseinandersetzen müsstet. Falls es so ist, löst die Probleme, unter Umständen mit Hilfe. Es kann auch sein, dass Ihr in Eurem Smial zu wenig Ordnung haltet. Unordnung fordert Euren Geist stets heraus, indem sie für Ablenkung der Aufmerksamkeit und innere Unruhe sorgt. Haltet Ordnung, dann seid Ihr weniger müde! Das gilt auch für die Tagesstruktur. Plant Euren tag gut im Voraus, um die Kontrolle zu behalten. Das beruhigt Euren Kopf und lässt ihn weniger Kraft verbrauchen.

Während Eurer Arbeit solltet Ihr ausreichend Pausen machen, jedoch nur kurze und natürlich nicht so viel, dass Ihr zu wenig schafft. Schließt während der Pausen bewusst Eure Augen, macht ein Nickerchen oder haltet einen Plausch über das Wetter mit Euren Zunftgenossen. Haltet sie nur nicht von der Arbeit ab! Esst ruhig eine kleine salzige Mahlzeit und trinkt weiterhin viel Wasser. 

Wenn alles nichts hilft, besorgt Euch Blätter und Blüten vom Weißdorn, und entzieht ihnen mit einem Mörser die Flüssigkeit. Jeden Morgen nehmt Ihr ein kleines Schnapsglas voll davon zu Euch und nach wenigen Wochen konsequenter und pünktlicher Einnahme werdet Ihr bemerken, dass Ihr wacher seid. 

 

Milch von der Butter

Die meisten Lebensmittel werden gegessen oder getrunken und entfalten dann ihre gesunden oder ungesunden Wirkungen. Hin und wieder gibt es aber auch Lebensmittel, die mehr können als schmecken und wohltun. Die bei der Butterherstellung abfallende Buttermilch zum Beispiel. Sie ist ein sehr leichtes Getränk, das kein Völlegefühl nach sich zieht, und dem Körper zu mehr Kraft und Leistungsfähigkeit verhilft.

Buttermilch kann aber auch äußerlich angewendet werden und hat dann eine wohltuende, straffende und entspannende Wirkung auf die Haut. Dafür kann man die Buttermilch direkt auf die Haut auftragen, gut verreiben und mindestens zwei Stunden einwirken lassen. Anschließend können die Reste abgewaschen werden.

Man kann aber auch drei Krüge Buttermilch in das warme Badewasser gießen und gut umrühren. Das tut der Haut gut, strafft sie und macht sie weicher und geschmeidiger. Das ist besonders bei trockener Haut zu empfehlen.

Schalotte Buchsbaum

Schalotte Buchsbaum ist eine gebürtige Pfefferpott aus dem vornehmen Ort Lützelbinge und hat eine Schwester und einen Bruder. Inzwischen wohnt sie in Lindental, zusammen mit ihrem Mann Filbu Buchsbaum. Sie gilt als belesen, gründlich und selbstbewusst. Schon vor einiger Zeit schrieb sie für „Tilions Boten“, der inzwischen aber nicht mehr gedruckt wird. Derzeit arbeitet sie in einer Bibliothek in Sprotten, wenn sie nicht gerade Kohlrouladen für ihren Mann kocht, oder das Unkraut zwischen den Pflastersteinen von Lindentals Straßen jätet.

  1. Schalotte, ich bin begeistert! Deine Ratschläge sind ja sogar sinnvoll und gar nicht so ein Unsinn wie sonst immer. Es freut mich, daß meine Erziehungsmaßnahmen Früchte tragen. Dafür brauchst du mir nicht danken, dis habe ich gerne gemacht. Jetzt nur nicht nachlassen! Du schaffst dis! Ich glaube an dich. Auch wenn alle andern Hobbits im Auenland sagen, du wärst eine unverbesserliche Vettel.

    Liebe Grüße
    Deine Freundin, Faramee

  2. Beuno Willowtree

    Wirklich sehr sinnige und hilfreiche Ratschläge, liebe Frau Buchsbaum! Da kann man direkt mal welche von antesten! 😀 Und Buttermilch mochte ich schon immer..besonders mit Erdbeergeschmack! 😉

  3. Tulpeline

    Wie immer sehr spannend geschrieben liebe Schalotte.

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