Ratgeber

Frau Buchsbaum rät…

Der Ruf einer Person ist im Auenland von großer Bedeutung. Aber allzu schnell verliert man ihn durch ungebührliches Verhalten oder unverschuldete Gerüchte. Manchmal reicht aber auch schon lichtes Haar am Fuß, um schief angeschaut zu werden. Der heutige Leserbrief hat genau das zum Thema, was den Verfasser in eine missliche Lage bringt.

 

Anonymer Leserbrief

Sehr geehrte Frau Buchsbaum,

seit einer Woche traue ich mich schon nicht mehr aus dem Smial. Ich habe Angst, dass mich die Leute anstarren und hinter vorgehaltener Hand über mich tuscheln. Seit einiger Zeit leide ich nämlich unter Haarausfall auf meinen Füßen! Als angesehener Bürger Lindentals würde mir so etwas den Ruf schädigen. Ich kann ja nicht deswegen nach Bockland umziehen, um Schuhe zu tragen!

Hochachtungsvoll
[Name der Redaktion bekannt] 

 

Herr [anonym],

Haarausfall ist besonders an den Füßen unangenehm. Nicht nur aus Prestigegründen, sondern auch, weil uns dieses Haar davor bewahrt, dort an kalten Tagen zu frieren. Einen Umzug nach Bockland zu erwägen, ist natürlich absurd, da gebe ich Euch Recht. Und auch Schuhe solltet Ihr deswegen nicht tragen müssen. Aber dass man tagtäglich Haare verliert, ist normal. Seid Ihr denn sicher, dass es ein ungewöhnlich hoher Haarausfall ist? Falls ja, gibt es dafür einige mögliche Ursachen.

Prüft, ob derartiger Haarausfall vielleicht in der Familie liegt. So etwas kann sich von Generation zu Generation weitergeben und ist wohl die häufigste Ursache für Fußhaarausfall. Wenn es so ist, kann man nichts machen und Ihr müsst dazu stehen. Vielleicht ist aber auch Euer Spann, also der Fußrücken, entzündet oder durch einen Pilz befallen. Wenn Euer Spann schmierig ist oder Stellen aufweist, an denen sich Haut löst, geht zu einer Kräuterkundigen, die sich das anschaut. Im Falle eines Pilzbefalls oder einer Entzündung hat sie ganz sicher passende Salben parat. Oder seid Ihr grundsätzlich kränklich? Hohes Fieber oder Scharlach können ebenfalls zu Haarausfall an den Füßen führen. In dem Fall solltet Ihr Euch gründlich auskurieren. Eine weitere Ursache kann Unterfettung sein. Vielen Hobbits fällt es gar nicht auf, wenn sie unterfettet sind, aber Fußhaarausfall kann ein Symptom sein. Esst regelmäßig und nicht zu knapp, um dem entgegenzuwirken.

Aber allem voran: Es ist zwar verständlich, dass Ihr Euch wegen des ausfallenden Fußhaars schämt, aber setzt Euch deshalb nicht unter Druck. Stress und Belastung fördern Haarausfall zusätzlich noch.

Für den Übergang könntet Ihr einen Kamm mit etwas Farbtinktur in Eurer Haarfarbe beschmieren und damit dann Euer Fußhaar kämmen. Dadurch wirken die verbliebenen Haare dicker und kräftiger. Das sieht nach etwas mehr aus. Tragt dann noch lange Hosen mit dezentem Schlag, die Eure Füßen teilweise bedecken.

Ansonsten müsst Ihr zu dem stehen, was Euch die Natur gibt. Es wird vermutlich eine Weile dauern, bis sich die Leute in Eurem Umfeld an das Kahle auf Euren Füßen so sehr gewöhnt haben, dass sie nicht mehr darüber sprechen müssen. Aber durch dieses Tal müsst Ihr schreiten, wenn Ihr Euch nicht für immer mutlos im Smial verstecken wollt. Das würde im Übrigen nicht weniger für Gerüchte und Mutmaßungen sorgen. Ihr sagt, Ihr seid ein angesehener Bürger Lindentals. Dann sollte es keine Schwierigkeit sein, regelmäßig andere angesehene Bürger zu besuchen und so Eure Reputation aufrechtzuerhalten.

Auf jeden Fall müsst Ihr handeln, sonst macht Ihr Eure Situation nur noch schlimmer.

Mottenbefall im Kleiderschrank

Wer viele Kleider hat, hat vermutlich früher oder später einmal mit Kleidermotten zu tun. Diese kleinen Insekten kommen abends und nachts gerne durch offene Fenster und Türen, wenn drinnen noch Licht brennt. Haben sie sich einmal in den Kleidern eingenistet, dauert es nicht lange, bis sie sie zerfressen und ihre unsäglichen Brut dort ablegen. Man will sie also so schnell wie möglich loswerden.

Am besten geht das so: Räumt zunächst den gesamten Kleiderschrank leer. Lagert die Kleider aber nicht auf Eurem Bett zwischen, sondern am besten draußen in einem Zuber. Dort nehmt jedes einzelne Kleidungsstück zur Hand und prüft sorgfältig, ob sich daran Larven oder Eier befinden. Am besten zum Abschluss noch einmal kräftig ausschütteln. Anschließend sollten die Kleidungsstücke gut und gründlich durchgewaschen werden, vorzugsweise mit warmem oder heißem Wasser.

Hängt die Wäsche zum Trocknen an der Leine, kümmert Euch um den Kleiderschrank. Dort nisten die Kleidermotten gerne in Ecken, Ritzen oder Kanten. Auch wenn Ihr das als gute Hausfrau regelmäßig tut, solltet Ihr den Schrank nun gründlich von Staub befreien und anschließend sehr sorgfältig mit Essigwasser nachwischen – besonders auch in den Ecken und Kanten!

Beachtet auch, dass Eure getragene Kleidung, Teppiche, Bettwäsche und auch Vorhänge befallen sein könnten. Darum müsst Ihr Euch natürlich auch kümmern, sonst habt Ihr sehr schnell wieder Motten im Kleiderschrank.

Schalotte Buchsbaum

Schalotte Buchsbaum ist eine gebürtige Pfefferpott aus dem vornehmen Ort Lützelbinge und hat eine Schwester und einen Bruder. Inzwischen wohnt sie in Lindental, zusammen mit ihrem Mann Filbu Buchsbaum. Sie gilt als belesen, gründlich und selbstbewusst. Schon vor einiger Zeit schrieb sie für „Tilions Boten“, der inzwischen aber nicht mehr gedruckt wird. Derzeit arbeitet sie in einer Bibliothek in Sprotten, wenn sie nicht gerade Kohlrouladen für ihren Mann kocht, oder das Unkraut zwischen den Pflastersteinen von Lindentals Straßen jätet.

  1. Beuno Willowtree

    Sehr gute Ratschläge erneut, liebe Frau Buchsbaum! In Bockland gibt es für solche Fälle auch selbstgeklöppelte Fusshaartoupets aus Eigenhaar, die wie eine Art ‚Gamaschen‘ getragen werden können! 🙂 Danke auch, für die tollen Tipps zum Mottenbefall! 😀

  2. Mairad Flinkfuss

    Danke für diesen sehr guten Bericht Frau Buchsbaum

  3. Haarausfall kommt nicht vom Entfetten. Zum einen ist es recht schwierig einen Ent zu finden. Zum anderen wird er es eher als unhöflich empfinden, wenn man ihn mit Fett beschmiert. Haarausfall ist aber das Endstadium der gefürchteten Erkrankung mit Namen, Untertörtchen. Dagegen hilft nur, ganz viele Törtchen zu mampfen. 100 am Tag sollten das schlimmste vorerst verhindern. Ich strebe 250 pro Tag an. Darum ist mein Füßchenfell auch so voll und flauschig.

  4. Tulpeline

    Toll geschrieben Schalotte.

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