Ratgeber

Frag Oma Tagetes

Manchmal bin selbst ich sprachlos, Ihr Lieben und zwar sprachlos über die Gedankenlosigkeit und das fehlende Einfühlungsvermögen einiger Hobbits. So geht das nicht! Also lest einfach mal den Brief, ja wenn man so will der Hilferuf einer Hobbit ist und geht in Euch!

 

Sehr geehrte Frau Flinkfuss,

ich wende mich heute anonym an Euch, um Euren Ratschlag einzuholen.

Ich bin eine angesehene und respektierte Bürgerin des Südviertels und doch habe ich das Gefühl, nicht immer gern gesehen zu sein. Mir ist das unverständlich, bemühe ich mich doch stets darum, hiesige Traditionen zu achten und meine Aufgaben gewissenhaft und genau zu erledigen. Zudem kümmere ich mich um meine Mithobbits und helfe ihnen mit präzisen Hinweisen dabei, ein tadelloses Leben zu führen. Mein Mann schätzt meinen Eifer ebenso wie meine Kochkünste, auch wenn ich ihn seltener sehe, seit er seinen Beruf gewechselt hat. Ich traue mich jedenfalls nur noch selten auf Festlichkeiten, weil ich befürchte, nicht willkommen zu sein und so für eine schlechte Atmosphäre zu sorgen. Dabei bin ich immer höflich, aufrichtig, halte den gebührenden Abstand und plaudere nicht ohne Verstand.

Mein ganzes Leben geht das schon so, ich verstehe das nicht. Ich bemühe mich doch so sehr, alles richtig zu machen – im Gegensatz zu meinen beliebteren Geschwistern. Was gelingt mir bloss nicht? Wieso fühle ich mich jeden Tag tief in mir drin einsam und verstoßen?

Wie finde ich wenigstens eine echte Freundin?

Hochachtungsvoll
S. B.
L.

 

Also liebe S.B.

Erst einmal, gräme Dich nicht so. Jeder ist wie er ist und wichtig, ja das ist sehr wichtig, ist es, sich selbst auch so zu akzeptieren, weil wie wollen es die anderen können, wenn man es selbst noch nicht einmal kann. Da kann man sich ein Beispiel an dem jungen Gerstfeld nehmen, der macht sich keine Gedanken, ob ihn einer mag oder nicht.

 

Aber zu Deiner Frage, wie findet man Freunde? Das ist das einfachste und zugleich auch das komplizierteste was es gibt.

Nehmen wir mal ein Beispiel. Meine Mai und der Beuno sind Freunde, ja man könnte sogar sagen, beste Freunde. Wie ist es dazu gekommen? Der Beuno und die Mai sind Kollegen und haben einiges gemeinsam, wie die Liebe zu Musik. Während aber der Beuno gern Musik hört, spielt die Mai sie lieber. Und so haben sie sich näher kennen gelernt. Aber so viel wie sie gemeinsam haben, so verschieden sind sie auch. Also war es ein schöner Zufall.

Freunde kann man nicht mit „Vorsatz“ suchen, die findet man zufällig und so muss es auch sein.

 

Nun wie ich lese, traust Du Dich nicht zu Festen zu gehen. Warum denn nicht? Du bist eine Hobbit von Ansehen und Ehre und hast Deinen Mithobbits sehr viel zu geben. Allerdings bist Du auch, das sehe ich an Deinem Brief, sehr streng und überaus traditionsbewusst. Nein das ist kein Fehler! Aber es kann natürlich bei der Suche nach Freunden hinderlich sein, dass Du alles sehr streng siehst.

Kompromisse können da helfen, meine Liebe. Nicht jeder hat die gleichen Qualitäten und Ansichten wie Du und stell Dir mal vor es wäre so, das wäre doch langweilig, oder?

Aber eins darfst Du nicht machen, weil Du Freunde finden willst, Dich selbst verleugnen, das geht gar nicht. Wer Dich nicht mag, so wie Du eben bist, der hat selbst Pech! Aber wenn Du nur im Smial sitzt und Dich um Deinen Mann kümmerst, wie kannst Du dann Freunde finden? Also werde aktiv, richte eine Feier aus oder mach einen Tee- und Plaudernachmittag, geh mal einfach Nachbarn besuchen oder hilf im Haus der Heilung aus. Tu was! Du bist eine Hobbit der Tat und kein Smialblümchen.

 

Komm doch einfach mal bei Mai und mir zum Tee vorbei. Ich weiß meine Mai liest sehr gerne und viel und wenn ihr beiden auch sonst nicht viel gemeinsam habt, die Liebe zu Büchern und zu Bildung ist eine gute Grundlage, um sich mal kennen zu lernen und zwar ganz zwanglos.

Du bist doch eine lebenserfahrene Hobbit. Hast Du nicht auch schon mal die Erfahrung gemacht, dass man je mehr man es will und zu erzwingen versucht, weniger das erreicht, was man sich erträumt? So geht es Dir im Augenblick. Je mehr Du Dir den Kopf darüber zerbrichst, wie es Dir gelingen kann, Freunde zu finden, je mehr Du es einfach auf Dich zukommen lässt, mit offenen Augen und offenem Herzen durch das Auenland gehst, ohne darauf konzentriert zu sein, dass Du Freunde finden willst, um so einfacher wird er Dir fallen, Freundschaften zu schließen.

 

Meine besten Freude habe ich durch Zufall kennen gelernt. Nur so kann das gehen. Also geh zum Markt, zum Efeubusch, zum Teetrinken und sei einfach Du selbst, so streng und traditionsbewusst und liebenswert, wie Du nun einmal bist.

Und nun Kopf hoch, Brust raus und mal lächeln, dann wird das schon.

 

Haushaltstipp der Woche: Wie bekomme ich Wäsche richtig weiß?

Jeder Hobbit kennt das, man schrubbt und schrubbt und trotzdem wird das Hemd oder die Tischdecke nicht richtig weiß. Es gibt ein paar einfache Hilfsmittel, wie man das wieder hin bekommen.

Essig

Man spült nach der Wäsche das Wäschestück in einem Bottich mit 2 Liter Wasser und einer Tasse Essig, Achtung, natürlich den weißen Essig nehmen, Rotweinessig gibt Flecken.

Natron

Zwei Esslöffel Natron auf zwei Liter Wasser machen das gleiche.

Zitronen

Wenn Du weder Essig noch Natron gut riechen kannst, dann sind Zitronen auch eine Lösung. Man legt einfach 2 Zitronen in einen Bottich, in Scheiben geschnitten und gießt so viel Wasser rein, dass die Wäsche gerade so bedeckt ist und das ganze lasst Ihr 2 bis 3 Stunden stehen. Dann duftet die Wäsche nicht nur frisch sondern ist auch strahlend weiß.

Tagetes Flinkfuss mein Name, 97 Jahre alt und wohnhaft in Michelbinge. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen außer, dass ich Hausfrau, Mutter, Oma bin und hoffentlich, wenn Mairad endlich mal einen Mann findet, auch irgendwann einmal Uroma. Warum schreibe ich hier im Wochenblatt? Warum nicht! Ich hab etwas zu sagen, ich habe Lebenserfahrung und die will ich mit Euch teilen, ob Ihr wollt oder nicht!

  1. Beuno Willowtree

    Schön, wie Du der Briefschreiberin Mut machst, liebe Oma! Besser hätte selbst ich es nicht gekonnt. Wichtig für eine gute Freundschaft ist auch, dass man ein ähnliches Humorverständnis hat, möchte ich noch ergänzen. 🙂 Toller Haushaltipp auch wieder, Oma! Das werde ich alles gleichmal ausprobieren. 😉

  2. Mairad Flinkfuss

    Hm wer kann das wohl geschrieben haben, so eine Vermutung hab ich ja…. Oma Du sagst es

  3. Tulpeline

    Ich weiss um wen es geht in diesem Brief und für mich ist dieser Person eine Freundin obwohl wir uns nicht oft sehen.

  4. Ich bin auch einfach wie ich bin. Nicht perfekt aber dafür wild, ungestüm und ganz dolle lieb. Nur ärgern sollte man mich nicht, denn kann ich auch grimmig werden.

    Ich denke, es ist hilfreich um Freunde zu finden, wenn man freundlich ist. Die Wonne hat heute wieder eine ganz nette Lange auf der Festwiese bei Bree getroffen, die war ganz dolle nett und sie haben schön geplaudert. Und Mama Saramee traf auch ganz zufällig eine Menschenfrau in Bree, auch sie war ganz lieb. Bestimmt hätten sich die Gespräche nicht so gut ergeben, wenn man ihnen mit kleingeistigen Vorschriften und Bevormundung begegnet wäre. Die meisten verstehen sogar ein Necken als Spaß und reagieren lustig darauf.

    Aber nicht jeder kann jeden mögen. Manchmal treffen Empfindlichkeiten aufeinander, die sich nicht vertragen können. Dann kann man zanken bis die Fetzen fliegen. Trotzdem wird man sich nicht einigen können. Dann ist es besser, sich auf Begrüßung und Abschied zu beschränken um nicht ständig im Zank leben zu müssen. Gelegentliches zanken muß zwar auch mal sein, aber es sollte kein Dauerzustand sein. So zu leben, macht denn ja keinen Spaß mehr.

    In einem Punkt stimme ich mit Omi nicht ganz überein. Wenn jemand unfreundlich ist, sollte er sich auf jeden Fall ändern.

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