Berichte

Ein großer Tag für Torbol Prallwams?

In einem kleinen fast unscheinbaren Smial fanden wir uns ein. Als Begrüßung gab es schon vor dem Eintreten zur Selbstentnahme etwas bittere Entborke. Wie wir erfahren haben, soll diese den Gaumen für Süßes vorbereiten. Hier erkennt man die geheimen Tricks der Fachhobbits aber heute durften auch wir etwas dazu lernen.

Torbol begutachtet den Ofen und Faroweis den Herd, das Publikum schweigt ehrfürchtig.

Der Vorraum war noch gemütlich und einladend eingerichtet doch in dem Prüfungsraum herrschte eine etwas bedrückende Strenge. 

Als Prüferin hat sich die für die Siedlungen A-N zuständige Amtsperson Fräulein Tulpeline Schweinepfote eingefunden. Deren Identität wurde fast bis zum Schluss geheim gehalten um ein zu befürchtendes Abspringen des Kandidaten zu vermeiden. Gerüchten zufolge sickerte die eigentlich geheime Information in seinem Stammlokal, dem Efeubusch, durch. Glücklicherweise wurde Torbol von allen Mut zugesprochen und die spontan angesetzte Probeprüfung bestand Torbol gleich beim ersten Mal. Doch jetzt wurde es ernst.

Frl. Tulpeline Schweinepfote lauerte hinter einem Rednerpult mit Ihren Fragen. Torbol behielt Haltung. Die Zuhörer wahrten Abstand.

Neben Konditormeister Faroweis und Kollege und Planungsexperte Herr Beuno Willowtree fanden sich neben mir auch das entzückende Fräulein Holanor und deren charmanter Begleiter Fupro, sowie Bango, Snalpo und Jannas ein. Frl. Holanor trug ein bezauberndes in zartem blassgrün gehaltenes Kleid mit farblich dazu passendem schicken Überwurf und modischem Mützchen.

Torbol trug sein bestes und feinstes Konditorgewand. Es strahlte weißer als weiß und besaß alle Knöpfe. 

Torbol Prallwams hatte sich zur Meisterprüfung angemeldet und jetzt rieselte der Sand erbarmungslos durchs Glas. Hinter dem siegessicheren Lächeln des Kandidaten meinten einige eine angespannte Nervosität zu verspüren. 

Nach einer kurzen Begrüßungsrede durfte Herr Prallwams 10 Fragen ziehen.

1. Wieviele Löcher hat eine ordnungsgemäß hergestellte Brezel?

 a) eines  b) zwei  c) drei  d) unendlich viele

2. Worauf wird Blechkuchen gebacken?

3. Wieviel Sand muss sich laut Auenländer Zuckerbäckerstatuten in Sandkuchen befinden? 

a) mindestens 10%   b) mindestens 50 %   c) keiner   

4.  Ein anderer Fachbegriff für Plätzchen?  

5. Nennen sie möglichst kurz aber genau den wesentlichen Unterschied zwischen Erdbeer- Himbeer und Blaubeertörtchen? 

6. Was ist eine typische Auenländer Spezialität?

Hinweis: Es sind mehrere richtige Antworten möglich.

a) Nussschnecke               b) Mohnwurm          c)Mandelkriecher                d)Krokantkäfer

7. Warum trägt man beim Backen eine Haube?

a) Damit die Haare nicht staubig werden   b) Weil es gut zur Schürze passt 

c) Damit keine Haare in den Teig gelangen  d) Man trägt heute keine Haube mehr sondern einen Blumenkranz

8. Was braucht man damit der Kuchen backen kann? 

9. Welche der genannten Spezialitäten geht auf eine bekannte Hobbyköchin aus Hobbingen zurück?

a) Efeubusch Auflauf  b) Hornbläser- Kuchen  c) Gutleibs Mandelcremetorte

10. Was darf sich nicht in oder auf einem Törtchen befinden? Himbeeren,  Erdbeeren, Essiggurken Schokostreusel.

 

Der Kandidat hat die Frage genau und so kurz wie möglich zu beantworten. Einen Sonderpunkt gibt es für eine richtige Begründung.

Frl. Schweinepfote drängte immer wieder die Fragen schneller zu beantworten. Auch Amtshunde müssen Gassi gehen (Anm. d. Redaktion). Viele der Fragen erschienen dem Publikum übertrieben schwer und kaum zu beantworten. Manche Fragen führten beim Publikum zu teils heftigen Diskussionen. Vor allem bei der letzten Frage kam es bei den Fachhobbits zu unterschiedlichen Meinungen.

Essperte Beuno Willowtree vertrat die Ansicht, dass herzhafte Törtchen durchaus auch mit Essiggurken belegt werden könnten. Eine Beschwerde bei der Innung ist aber nicht notwendig, da die von Herrn Prallwams gegebene Antwort glücklicherweise als richtig gewertet worden ist. Es blieb bis zum Schluss spannend und die Freude war bei allen groß als das Ergebnis bekannt gegeben worden ist: Torbol hat bestanden!

Der schwerste Teil war geschafft. Deutlich war Herrn Prallwams die Erleichterung anzusehen. Auch das Publikum entspannte sich etwas. Doch nach dem theoretischen Teil kam noch ein nicht zu unterschätzender praktischer, den sein Lehrmeister Herr Faroweis beurteilte. Einen kurzen Augenblick blickten wir – Meister Faroweis, B. Willowtree und ich, die Truhdi – uns an und wir alle dachten das Gleiche: Wird Torbol diesmal die Nerven bewahren?

Als sein Meisterstück wählte Herr Prallwams Pfannkuchentorte mit Buttercreme. Herr Prallwams: „Was gibt es besseres als Buttercreme! Weil Pfannkuchen sind ja doch etwas mager.“ Nach sehr kurzem Nachdenken griff Torbol beherzt zu Schüssel, Mehl, Eiern, Zucker und sonstigem Allerlei.

Torbol überlegt kurz und holt dann die Küchenutensilien.

Er wirbelte nur so herum, rührte und rührte. Dem staunenden Publikum stockte der Atem. Dann warf er den Herd an. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Endlich klatschte Torbol in die Hände und präsentierte sein heiße süße Kreation. Und ja! Es war ein wahrlich würdiger Abschluss harter Lehrjahre.

Und so folgte ein Pfannkuchen dem anderen. Viele Pfannkuchen später und nach einem kurzen Blick in seine Rezeptsammlung nahm er die Buttercreme in Angriff. Leider ließ er sich das Rezept nicht entlocken. Glaubt mir, auch ein hinreißender Augenaufschlag aus strahlenden himmelblauen Augen konnte ihn nicht erweichen. Aber soviel, meine lieben Leser, kann ich Euch sagen: Es müssen Butter, Zucker und Rum, viel Rum, sehr viel Rum rein. 

Torbol Prallwams: „So, die fertigen abgekühlten Pfannkuchen bestreichen wir nun mit der Rum-Buttercreme, und stapeln einen Pfannkuchen drauf.“

Torbol wurfwendete die Pfannkuchen und überprüfte auch immer wieder ausgiebig und gewissenhaft die Qualität des Rums. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Ein Schrei war zu hören: „Oh nein! Das Fett brennt!“

Das Fett brannte und dicke Rauschschwaden durchzogen den Raum.

Der immer dichter werdende Qualm führte zu zusätzlicher Verwirrung. Irgendwie landete das Bärenfell auf dem Feuer und die Pfannkuchen wurden zu einer etwas haarigen Angelegenheit. Beachtenswert hierbei ist der unerschrockene und von einer überragender Geistesgegenwart in kritischen Situationen zeugende Einsatz des Kandidaten.

So versuchte er mehrmals das lodernde Flammenmeer unter Einsatz seines Lebens mit einem kräftigen Schuss Rum zu löschen. Irgendwann wurden seine Bemühungen offensichtlich von Erfolg gekrönt, denn das Feuer ging aus und alle im Smial atmeten erleichtert auf. Doch das Ergebnis war für alle erschütternd.

Torbol Prallwams: „Ich präsentiere… Pfannkuchen-Buttergebrösel im äh… Pelzmantel.“

Meister Faroweis schaute grimmig und obwohl Essperte Bango die Kreation gar nicht schlecht fand, sah man von den Haaren ab, die anscheinend leicht bitter schmeckten, blieb er unerbittlich hart und beurteilte den praktischen Teil negativ. Trotz seiner beeindruckender Leistungen im theoretischen Teil, blieb Herrn Prallwams der Meistertitel deshalb leider versagt.

Torbol ist am Boden zerstört.

Doch Torbol fand nach anfänglicher Zerknirschung zu seinem alten Optimismus zurück. Herr Prallwams versprach sich in Zukunft noch mehr anzustrengen und fleißig zu üben. 

Soweit, so gut. Aber hier stimmt etwas nicht! 

Ich glaube ich spreche im Namen aller, wenn ich meine Enttäuschung kundtue. Dass ein Kandidat eine Prüfung wiederholen muss, nun gut, so etwas kommt vor. Aber Herr Prallwams hat sich heldenhaft der Feuersbrunst entgegen geschleudert und ich wage es nicht mit vorzustellen, was aus uns geworden wäre, hätte Torbol nicht soviel Mut gezeigt. Wie ich so eben erfahren habe, fordert die Ferkelklever Immobilienagentur sogar Ersatz für ein angeblich antikes einzigartiges Bärenfell. 

Wie ich aus gut informierten Kreisen erfahren habe, soll der Ofen schuld an dem Fiasko sein. Geht man so mit Helden um, das frage ich Euch! 

Eure Gastredakteurin
Truhdi Tratschenstein

  1. Beuno Willowtree

    Toller Bericht über diese nicht minder tolle Prüfung, auch wenn sie leider nicht ganz bestanden wurde, vom guten Torbol! 🙁 Der Artikel gibt aber alles gut und fair wieder und zeigt lebhaft, wie es an dem Abend zuging! Bravo! 🙂
    Nur eine Korrektur: Der ‚Essperte‘ ist Bango Gerstfeld und nicht meine Wenigkeit, Beuno Willowtree. 😉

  2. ihr lieben leut, das war vielleicht mal ein ereignisreicher abend. ein jammer, dass unserem lieben torbol am ende der meistertitel dann doch verwehrt blieb. aber ich finde, er hat sich unter den gegebenen umständen wirklich tapfer geschlagen. und ich bin auch der meinung, dass dieser herd nicht so ganz prüfungsgeeignet war. im smialtörtchen wäre das ganz bestimmt nicht so passiert!

    ein lob noch an die autorin des berichtes. als bei der veranstaltung auch anwesender kann ich bezeugen, dass hier alles sehr lebhaft und doch sachlich wiedergegeben wurde. weiter so, fräullein truhdi!

  3. Mairad Flinkfuss

    Ein sehr gelungener Bericht. Armer Torbol aber nicht die Fusshaare hängen lassen, beim zweiten Anlauf klappt das bestimmt

  4. Torbol versuchte mit Rum, einem Getränk aus hochprozentigen Alkohol, brennendes Fett zu löschen? Und es gelang ihm? Torbol sollte Feuerwehrhobbit werden. Vieleicht kann er auch mit Kohle oder Öl ein Feuer löschen.

  5. Na immerhin hat er meine schwere Theorieprüfung bestanden. Da war er sehr gut.

  6. bin ich froh, dass er nicht mehr bei Flinkwisels arbeitet. Sonst würde es nur noch Brathühnchen geben..hehe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.