Berichte

‚Die Herberge zum Goldenen Kalb‘: Allvierteljährige Aufführung im Theaterhaus der ‚Ziehenden Musikanten‘ abgehalten!

Am letztwöchigen Sonntag, war es wieder soweit, das ‚Theaterhaus‘ der ‚Ziehenden Musikanten‘, in der Breelandsiedlung ‚Blautal‘, öffnete seine Pforten, um den Besuchern das Stück ‚Die Herberge zum Goldenen Kalb‘, aus der Feder von Autorin Fräulein Pandorradis, zu präsentieren. Ab der sechsten Abendstunde, wurde den Gästen der Einlass gewährt, während die eigentliche Vorstellung ab der halbsiebten Stunde begann.

 

Positive Aufregung – wie eigentlich vor jeder Aufführung des Ensembles der ‚Ziehenden Musikanten‘ und der ‚Theaterfreunde‘ – herrschte auch dieses Mal wieder vor dem Beginn, als die Zuschauer noch Musse hatten, sich unter die Schauspieler und Musiker zu mischen und das eine, oder andere Wort, mit den Künstlern zu wechseln. Auch ich war frühzeitig genug eingetroffen, um mir ein erstes Bild von der Lage zu machen und die ‚Lampenfieberatmosphäre‘ in mich aufzusaugen.

Pünktlich um dreissig Minuten nach sechs Uhr, oblag es dann dem Hausbesitzer, Elbenherrn Githjan, das Geschehen für ‚Eröffnet‘ zu erklären und alle Anwesenden, herzlich zu begrüssen. Ein strenger Blick von Fräulein Pandorradis, brachte ihn dann aber rasch wieder zum Schweigen, bevor er in einen längeren Vortrag ‚ausbrechen‘ konnte. Das Publikum atmete hörbar und erleichtert auf!

Dafür durfte dann Fräulein Pandorradis, die Autorin des Theaterstücks und Anführerin der Truppe, alle Besucher nocheinmal ausführlicher Willkommen heissen und ihnen die wichtigsten Regeln näherbringen.

Pandorradis: ‚Liebe Freunde, es freut mich sehr, dass ihr auch heute wieder da seid zu unserem vierteljährlichen Theaterabend. Die Schauspieler stehen in den Startlöchern und unsere immer zuverlässigen Musiker ebenfalls. Heute spielen wir das Stück ‚Die Herberge zum Goldenen Kalb‘. Im hinteren Bereich ist reichlich für Speis und Trank gesorgt. Das Plumpskloo bitten wir während des Theaters nicht, oder das im Außenbereich zu nutzen. Die unter Umständen entstehenden Geräusche könnten die Schauspieler aus dem Text bringen. Mir bleibt nun nur noch, euch viel Spaß zu wünschen!‘

Musikalisch untermalt wurde das folgende Stück, natürlich wieder von den ‚Ziehenden Musikanten‘, die sich dieses Mal aus Mitgliedern der Kapellen, ‚Die Bragos‘ und ‚Ohrwurm‘, rund um deren Leiter, Fräulein Reganilda und Herrn Bragomur, rekrutierten und ihre Aufgabe, wieder ganz hervorragend und fehlerfrei, erfüllten!

Die ‚ZiehMus‘ spielten dann auch gleich munter auf, als Herr Tomlyn die Aufführung traditionell mit dem Titellied ‚Theater‘ einläutete und so alle sofort in die richtige Stimmung versetzte.

‚Die Herberge zum Goldenen Kalb‘ begann dann auch logischerweise, mit dem Inhaber dieses Gasthauses, Herrn Wuselbert – dargestellt von Herrn Friedtjof -, der, mit Herrn ‚Clydemus Ali Baba‘ – gespielt von Herrn Tomlyn – einen neuen, potentiellen Gast begrüssen durfte. Der leicht zwielichtig wirkende und sich als adelig ausgebende ‚Lord Clydemus‘, erkundigte sich jedoch zunächst, nach dem Ruf und den derzeitigen Bewohnern des ‚Goldenen Kalbs‘, bevor er ‚Einchecken‘ wollte.

Im Folgenden, stellten sich die momentanen ‚Mieter‘, mit prägnanten Liedern, dem Herrn Clydemus und auch dem Publikum, adäquat vor. Fräulein Pandorradis höchstselbst, trat dabei in der Rolle der ‚Rosalinde Herzeleid‘ auf, einer unglücklich verliebten Dame, die als Dauergast im ‚Kalb‘, auf die – wohl vergebliche – Wiederkehr ihres Geliebten harrte, der in den Kampf gezogen war. Mit ihrer Geschichte, rührte sie viele im Publikum zu Tränen!

Herr Rojo – als ‚Geschäftsmann‘ Scarface Capone – schüchterte mit seinem Lied dann alle Zuhörer eher ein, da selbiges voller düsterer Andeutungen steckte, die auf ein nicht ganz legales ‚Geschäftsgebahren‘ dieses Herbergsgastes schliessen liessen. Genau wie bei der Dame Herzeleid zuvor, klang aber auch durch, dass Herr Capone ein sehr gut betuchter Mieter dieses Etablissements war, was den genau zuhörenden ‚Lord Clydemus‘, sehr zu interessieren schien.

Eine weitere temporäre Bewohnerin, war die Dame ‚Dominata Nitribitella‘ – gespielt von Fräulein Rusteline -, die augenscheinlich im ‚horizontalen Gewerbe‘ zu verorten war, wie man deutlich ihrem Gesang entnehmen konnte. Dabei nahm sie auch kein Blatt vor den Mund und war – ganz im Gegenteil – sehr stolz auf ihren Beruf und ihr gutes Einkommen, welches sie damit erzielte. Clydemus war während dieses Auftritts, ganz Ohr und natürlich auch Auge!

Die erhaltenen Informationen hatten Herrn Clydemus wohl überzeugt und er liess sich grossspurig das beste Zimmer der Herberge von Wirt Wuselbert vermieten, welcher sogleich den Pagen ‚Azubis‘ – dargestellt von Hobbitherrn Knuersch – herbeirief, der sich um das Gepäck des neuen Hausgastes kümmern sollte. Erstaunlicherweise, hatte die ‚Lordschaft‘ jedoch garkeine Koffer dabei, was Azubis skeptisch eine Braue hochziehen liess.

Azubis Bedenken wurden dann aber sogleich wieder zerstreut, als Wuselbert ihn darauf hinwiess, dass er noch den ‚Elbenstammtisch‘, zu dem auch eine der ‚Bärtigen Musen‘ – das Fräulein Sarumba – erwartet wurde, vorzubereiten hatte. Der Hobbit war verständlicherweise, nicht gerade begeistert, wie er auch dem Publikum brühwarm kundtat.

Dann kehrte allmählich die Abendruhe ein, nachdem Wirt Wuselbert eine letzte Kontrollrunde absolviert und dem Pagen Azubis, für die Nachtwache eingeteilt hatte. Fräulein Herzeleid schlummerte zu diesem Zeitpunkt bereits tief und fest.

Gleich zu Beginn seines Nachtdienstes, traf dann Zwergendame Sarumba ein, was Azubis mit einem genervten Seufzer quittierte. Aufgrund der penetranten und überheblichen Art und ihres endlosen Redeschwalls, mutierten die Seufzer des Hobbit-Pagen dann schon bald zu ausgiebigem Gähnen. Als er die selbstverliebte Sarumba dann endlich in den Saal, wo der Elbenstammtisch stattfinden sollte, komplimentiert hatte, fiel er, zurück an seinem Nachtschalter, sofort in einen tiefen Schlaf. Der ‚Musenmatriarchin‘, Frau Stepfusia, die im Publikum zugegen war, beobachtete ihre verzogene Nichte dabei, die ganze Zeit über, mit missbilligenden ‚Argus-Augen‘!

Als Clydemus Ali Baba dann vermummt die Bühne betrat, ahnten einige im Zuschauerraum bereits, was nun folgen würde und sollten durch den Gesang des ‚falschen Lords‘, in ihren Befürchtungen bestätigt werden! Der offensichtliche Gauner und Dieb, stahl nämlich den Generalschlüssel vom ratzenden Azubis und ging dreist auf einen Raubzug durch die verschiedenen Zimmer der Herberge, bei welchem er dann auch reiche Beute machte.

Am nächsten Morgen war das Geschrei dann natürlich gross, als die beklauten Gäste, zunächst dem erstaunten Pagen ihr Leid klagten. Fräulein Herzeleids güldene Kette war verschwunden und Herr Capone vermisste seine prallgefüllte ‚Geldkatze‘! Als dann auch noch Zwergendame Sarumba, lauthals den Verlust ihrer Unschuld (!) herausschrie, kam Wuselbert angerannt und stellte Azubis sogleich zur Rede!

Der Hobbit war natürlich ersteinmal der Hauptverdächtige, da ja sein Generalschlüssel benutzt worden war und wurde vom Wirt gerade eingehend befragt, als der wahre Dieb, Clydemus, rotzfrech zur Gruppe hinzutrat und versuchte, noch mehr Gewinn für sich herauszuschlagen, indem er angab, ebenfalls bestohlen worden zu sein und seine Münzsammlung, die 100 Goldmünzen wert sei, vermissen würde!

Zu seinem Nachteil gab er im überschwang seiner Klagerede, jedoch Fakten preis, welche nur der wahre Täter wissen konnte und als Azubis daraufhin auffiel, wie sehr die Rocktaschen des Clydemus ausgebeult waren, griff der Hobbit blitzschnell zu und zog die Kette von Fräulein Herzeleid daraus hervor, was ‚ihre Lordschaft‘ dann doch in arge Bedrängnis brachte! Unter dem folgenden Druck, gestand der falsche Adelige schliesslich alles und musste alles Diebesgut zurückgeben, um zu verhindern, dass Wuselbert ihn der Miliz übergab! So endete dieses feine Theaterstück mit einem ‚glücklichen Ende‘, obwohl der Delinquent der gerechten Strafe natürlich entgangen war und der Page Azubis, auch noch vor Sarumba fliehen musste, die ihn als ‚Elbenersatz‘ heranziehen wollte!

Zusammen verabschiedeten sich dann alle Darsteller von ihrem Publikum, mittels eines obligatorischen Gruppentanzes, der von den Zuschauern mit heftigen Beifall und frentischem Jubel, bedacht wurde. Der Applaus und die Hochrufe, galten natürlich vornehmlich der vorangegangenen, famosen Aufführung, die alle begeistert hatte und als weiterer, grosser Erfolg, im ‚Almanach des Theaterhauses‘ verbucht werden durfte! Danke, ‚Ziehende Musikanten‘, ‚Theaterfreunde‘ und Fräulein Pandorradis, für diesen unterhaltsamen Abend!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Ein wundervoller Bericht lieber Beuno. Leider konnte ich nicht da sein aber ich kenne das Stück, es ist hervorragend

  2. Anonymous

    Vielen Dank für den tollen Bericht, lieber Freund.
    Pando

    • Beuno Willowtree

      Gerne, liebe Pando, nicht zu danken! 😀 Ich danke, für dein Lob! 🙂

  3. Tulpeline

    Leider schaffe ich es da nie von der Zeit her.

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