Berichte

‚Die All Storys‘: Fulminante Theateraufführung der ‚Ziehenden Musikanten‘

Veranstaltungsbericht. Am letzten Sonntag war es soweit, die lang angekündigte Premiere des Theaterstücks. ‚Die All Storys‘, ging in der Breelandsiedlung ‚Ewall‘, über die Bühne. Im ‚Rabensaal‘ der ‚Bunten Vögel‘, die ihr Gelände dankenswerterweise dafür zur Verfügung gestellt hatten, präsentierten die ‚Ziehenden Musikanten‘ und die Schaustellertruppe, rund um Fräulein Pandorradis, ihren Zuschauern, ein buntes Potpourri all ihrer bisherigen Stücke.

 

Da hervorragende Wetterbedingungen herrschten, fand die Vorstellung im Garten des ‚Rabensaals‘ statt, wo Fräulein Pandorradis, die ja bekanntlich das Gehirn und die Schreiberin hinter den Theaterstücken ist, ihre zahlreich erschienenen Gäste, aufs Herzlichste begrüsste und sie mit dem passenden Lied ‚Theater, Theater‘, gleich mal auf das folgende Programm einstimmte.

Während eine kleine maskierte Gestalt, die sich ‚Flippsa‘ nannte, nebenher ihren Schabernack trieb, betrat gleich nach dem Lied, der Zwergenherr ‚Bragomur‘, der den ganzen Abend über als Erzähler fungieren sollte, die improvisierte Bühne und gab eine kleine orale Vorschau, was die Zuschauer denn nun genau erwarten würde. Die Darsteller, die sich noch im Hintergrund hielten, die Kapelle der ‚Ziehenden Musikanten‘, die – Instrumente in den Händen – spielbereit dastanden und natürlich auch wir – das Publikum – hingen neugierig an den bartumwachsenen Lippen des Zwergen und lauschten jedem Wort das aus seinem bierfeuchten Mund hervorquoll.

Er erklärte, dass es nun die Höhepunkte und besten Auftritte, der folgenden Theaterstücke der ‚Ziehmus‘ zu sehen werden gäbe: ‚Die Bauernschläue eines Knechts‘, ‚Das Seelenhaus‘, ‚Des Jägers neue Kleider‘, ‚Der Gefängnisausbruch des Scheck Sperrholz‘, ‚Keilermarkt mit Hindernissen‘, ‚Die Gauklertruppe‘, ‚Die Harfe des Zwergolaus‘ und ‚Der magische Kamm‘. Ein wahrlich denkwürdiges Repertoire, wie diejenigen beurteilen konnten, die bereits in den Genuss gekommen waren, all diesen Aufführungen beiwohnen zu dürfen, wozu meine Wenigkeit sich zu zählen,
die Ehre innehatte!

 

Zu Anfang gab es ein Sangesstück aus ‚Das Seelenhaus‘, zu dem Herr Hammersund die Ballade seiner Rolle ‚Ragamir‘ intonierte, die er herzergreifend, aber auch in einem wohlklingenden Bariton, in die dichten Reihen der ehrfüchtig lauschenden Zuschauer schmetterte. Dann verband Bragomur das lose Ende der Geschichte zum nächsten Lied aus dem Theaterstück, welches das Fräulein ‚Siwana‘ – als mysteriöse ‚Alte Frau‘ -, schaurig schön in den Abendhimmel trällerte.

Im Publikum sorgte derweil, die nicht minder mysteriöse ‚Flippsa‘, für Aufruhr, indem sie die Gäste aufschreckte und in die Rippen piekste! Manche meinten, es handele sich bei der kleinen Kreatur um den berüchtigten ‚Menhobzwelb‘, doch das konnte nicht sein, denn dieser betrat soeben, zusammen mit Herrn Tomlyn – als ‚Romarius‘ – die Bühne, um einen Titel aus dem Theaterstück ‚Des Jägers neue Kleider‘ mit ihm darzubieten. Doch erst sang Tomlyn – der frischgebackene Pferderennsieger – das Liebeslied für ‚Stella‘, den weiblichen Konterpart des ‚Romarius‘, bevor der ‚Menhobzwelb‘ – welcher sich später als das Fräulein Cattaline herausstellte – hinzukam und mit ihm im Duett, deren erste Begegnung nachstellte.
Ganz grossartige Leistungen brachten die Schauspieler/Sänger mit Hilfe der ‚Ziehenden Musikanten Kapelle‘ auf die ‚Bretter, die die Welt bedeuten‘, was auch das Publikum so sah und kräftigst applaudierte!

Dann leitete Bragomur erneut zu einem anderen Stück über, welches damals eingeschlagen war, wie eine Bombe: ‚Der Gefängnisausbruch des Scheck Sperrholz‘! Hobbitherr Padredoc, als der Piratenkapitän höchstselbst, brachte das Lied über den bevorstehenden Ausbruch zu Gehör, in dem er heftigst mit seinem Schicksal hadert. Hernach kommt erneut Herr Tomlyn mit ins Spiel, der als Scheck’s Kumpan ‚Brill‘ versucht, seinen Chef, mit Hilfe eines Esels aus dem Verlies zu befreien. Ein sehr aktionsgeladener Vortrag mit einem echten Pony als ‚Eseldarsteller‘! Doch das war noch nicht das Ende mit Scheck, denn nun erzählte Bragomur vom ‚Keilermarkt mit Hindernissen‘, bei dem der Kapitän und seine Mannschaft den beliebten Markt unsicher machten.

Erneut mit Herrn Padredoc, Herrn Tomlyn – als Stadtwache – und Fräulein Linguria – als Diebin -, gab es zwei Lieder aus diesem sehr humorvollen Theaterstück für die Besucher zu geniessen, denen diese Verbindung aus Musik und Schauspielerei, augenscheinlich sehr zu gefallen schien! Das Stück ‚Die Bauernschläue eines Knechts‘ war vielen noch gut vom letzten Keilermarkt in Erinnerung, sodass beste Stimmung aufkam, als Herr Garindor – diesesmal als Knecht ‚Schlaubert‘ – seine Stimme erhob und alle damit beeindruckte, hört man selbige doch eher selten aufklingen.

Padredoc mutierte zum heimlichen Hauptdarsteller des Abends, erfüllte er doch, mit Hofbesitzer ‚Mortimer‘, noch eine weitere Rolle mit Leben und sang das bekannte ‚Geld-Lied‘ aus dem Stück. Dann war ‚Gauklertruppen‘-Zeit und Flippsa’s grosser Auftritt an der Reihe. Sie gab das heiter-melancholische ‚Clownslied‘ zum Besten, welches sie mit allerlei Akrobatik unterlegte und dadurch staunende Ausrufe seitens der Zuschauer generierte.

Konnte eben noch gelacht werden, gab es nun Gänsehaut und Gruselei mit ‚Madame Miraculosa‘, die wieder von Fräulein Linguria dargestellt wurde und ‚Abracadabra‘ in die Nacht hauchte! Grandios! Selbst dem geschickten Erzähler Bragomur fiel es dann nicht leicht, auf die Julfestzeit überzuleiten, zog sich aber dennoch sehr gut aus der Affäre, kündigte die Stücke aus ‚Die Harfe des Zwergolaus‘ und ‚Der magische Kamm‘, kurz uns schmerzlos an und schon bald meinte man den Geruch von Lebkuchen zu vernehmen! Die Julfestlieder kamen jedenfalls hervorragend an, als Fräulein Rusteline als böse Hexe ‚Hexfamagil‘ und die Musen, Svavana, Souliri und Sarumba, so richtig aufdrehten und einige der beliebtesten Nummern aus dem Stück auf die Trommelfelle ihrer Zuhörer prasseln liessen! Besonders die Sangeskünste der Damen Rusteline und Svavana, sollen an dieser Stelle besonders hervorgehoben sein, zumal Rusteline dann auch noch das ‚Putzfrauenlied‘ sang,  welches offiziell das letzte Lied des Programms darstellte.

Herr Bragomur bedankte sich bei allen Zuschauern und lobte die grossartigen Leistungen der Schauspieler und Musiker, dem das Publikum nur beipflichten konnte und zustimmend, Jubel und Feuerwerk sprechen liessen! Die Kapelle stimmte ‚Musik war meine erste Liebe‘ an, was die Zuschauer nocheinmal alles geben liess, was tanztechnisch möglich war und welche dann, ganz zum Schluss noch in den Genuss kamen, Fräulein Pandorradis persönlich singen zu hören, die exklusiv, ein Lied aus ihrem demnächst folgenden Theaterstück vorstellte!

Sollte das ganze Stück so famos, wie dieses Lied – oder die anderen Theaterstücke aus ihrer Feder – werden, darf man sich jetzt schon auf einen weiteren Höhepunkt im Schaffen des Fräulein Pandorradis freuen! Es war ein grossartiger Theaterabend, der quasi nach einer Forsetzung schreit! Dankeschön, an alle Beteiligten und auch die ‚Bunten Vögel‘, für ihren ‚Rabensaal‘!

b.wi. für A.W.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Wildbeere

    Leider habe ich die Aufführung verpasst aber durch Deinen tollen Bericht durfte ich wenigstens einen kleinen Teil miterleben. Tolle Aufführung und ebenso guter Bericht – Danke Beuno

  2. Ja, ein wunderbarer Bericht. Vielen Dank werter Beuno

  3. Hammersund Lochschaedel

    Ein sehr schöner und ausführlicher Bericht. Ich möchte allerdings empfehlen dieser Linguria Silberhorn aus dem Weg zu gehen, sie ist verbittert und böse und sie schlägt einen guten rechten Haken *reibt sein Kinn*

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