Berichte

Das Theaterhaus der ‚Ziehenden Musikanten‘: ‚Richter Salomo Kadi – Des Richters neue Fälle‘ wieder aufgeführt!

Am letztwöchigen Sonntag, war es endlich wieder soweit, das ‚Theaterhaus‘ der ‚Ziehenden Musikanten‘, öffnete in der Breelandsiedlung ‚Blautal‘, erneut seine Pforten. Bereits ab der sechsten Abendstunde, wurde Gästen mit gültigen Eintrittskarten, der Einlass gewährt, damit sie sich an Fräulein Pandorradis‘ Theaterstück ‚Richter Salomo Kadi – Des Richters neue Fälle‘, erfreuen, oder aber sich darüber aufregen konnten.

 

Pünktlich ab dreissig Minuten nach der sechsten Abendstunde, oblag es dann Sponsor und Hausbesitzer, Elbenherrn Githjan, das Geschehen quasi für ‚Eröffnet‘ zu erklären und herumlaufend, alle Anwesenden, herzlich zu begrüssen. Bevor er aber wieder in einen langen Monolog verfallen konnte, erklomm dann ‚Theatrergruppenchefin‘, Fräulein Pandorradis, die Bühne, wofür ihre alle Zuschauer sichtlich dankbar waren. Aufgeregtes Gemurmel und Geflüster, schlug ihr dann entgegen, als sie vor das neugierige Publikum trat und selbiges, mit einer kurzen Begrüssungsrede Willkommen hiess, sowie eine kompakte Einleitung, des von ihr verfassten Theaterstücks vortrug, dessen Titel ‚Richter Salomo Kadi – Des Richters neue Fälle‘ ja in etwa schon vorwegnahm, worum es darin ungefähr gehen könnte. Natürlich drehte es sich um die Fälle des Richters ‚Kadi‘, die höchst humoristisch – in sangesform – vom Ensemble der ‚Ziehenden Musikanten‘, intoniert und zum Leben erweckt wurden.

Manche Anwesenden, wie auch meine Wenigkeit, hatten das Stück zwar schon einmal gesehen, doch war dies nun schon nahezu zwei Jahre her, sodass ich mich nicht mehr an alles genau erinnern konnte und einem neuerlichen Genuss dieser tollen Aufführung, mit Vorfreude entgegen sah.Die Hauptrolle des Richters, die dereinst ja schonmal von Herrn Hammersund verkörpert worden, hatte dieses Mal, Herr Friedtjof, inne, der für die Verkörperung des Gerichtsvorsitzenden, ebenfalls sehr geeignet war, jedoch erstmal beweisen musste, das er dem beliebten Zylinderträger – den es ja vor einiger Zeit in die Ferne gezogen hatte – in dieser Rolle das Wasser reichen konnte.

Ihm zur Seite standen die, in diesen Funktionen ebenfalls gut besetzten ‚Anwälte‘, Zwergenherr Pyrolosch, als Strafverteidiger ‚Streitus Fürsprecher‘, und Herr Tomlyn, als Vertreter der Anklage ‚Juristicus Klagreich‘, welche dem Hauptdarsteller in nichts nachstanden und merkbar, all ihr schaupielerisches Können in die Waagschale warfen. Am Ende konnten aber alle Darsteller, voll und ganz,  überzeugen und nahmen ihr Publikum so auf eine gut einstündige Reise, in das Reich der Justiz mit, die – ganz im Gegenteil zur Wirklichkeit – sehr lustig und humorvoll daherkam und für Frohsinn und lautes Gelächter, in den Reihen der Zuschauer sorgte.

Von Beginn an, waren alle vom Geschehen auf der Bühne fasziniert, welches musikalisch, selbstredend, wieder von der Kapelle der ‚Ziehenden Musikanten‘ – die unter anderen, mit Fräulein Reganilda und Hobbitherrn Geflo, am Start waren – wunderbar begleitet wurde. Die zusätzlichen ‚ZiehMus‘ rekrutierten sich auch erneut wieder, aus den Musikern der ‚Familie Brago‘, rund um Zwergenherrn und ‚Nacktbrüstler‘, Bragomur, die ebenfalls ihren Teil zum Gelingen dieses Abends, beitrugen. Die Verlauf des Theaterstücks bestand aus drei verschiedenen Fälle, in denen Richter ‚Salomo Kadi‘ zu entscheiden hatte und die nacheinander, mit verschiedenen Darstellern, vorgeführt wurden und anscheinend ein ganz alltägliches Geschehen an diesem imaginären Gerichtshof deutlich machen sollten.Das erste Urteil des Tages, sollte eigentlich über den legendären Freibeuter ‚Scheck Sperrholz‘ – eine bereits wohl bekannte Figur aus mehreren Theaterstücken von Fräulein Pandorradis – verhängt werden.

Selbiger glänzte jedoch durch Abwesenheit, da er vorab einen Gefängnisausbruch bewerkstelligt und anschliessend die ‚Fliege‘ gemacht hatte, was den Piraten natürlich noch zusätzlich belastete und die Frage nach seiner Schuld, quasi ohne Worte, beantwortet hatte. Richter Kadi war, ob dieser Nachlässigkeit der Wachen und seiner Gerichtsdienerin – wunderbar dargestellt vom Hobbitfräulein Belaya -, natürlich nur wenig begeistert und machte ihnen dies – zur grossen Belustigung der Zuschauer – dann mittels einer Wutrede (Wutgesang), dann auch nur allzu deutlich! Die so gescholtenen Büttel, wagten keinerlei Widerworte und schauten nur, peinlich berührt, betreten zu Boden. Das Publikum war, wegen der komischen Darstellung, noch ganz aus dem ‚Smialchen‘ und war noch heftig am Applaudieren, als bereits der Fall Nummer Zwei aufgerufen wurde. 

Das Verfahren wurde eröffnet, als mit ‚Klarabella Zankapfel‘ – gespielt von Hobbitfräulein Roninja – und ‚Grusnelda Haudrauf‘ – gespielt von Zwergendame Sarumba, die Klägerin und die Beklagte, vortraten und ihren Zwist schilderten. Es ging um ein Goldstück, das beide Parteien für sich beanspruchten, sowie eine Körperverletzung, die – mittels eines Bierkrugs – der Fräulein Zankapfel, von Fräulein Haudrauf, im Kampf um das besagte Geldstück, in einer Taverne, zugefügt worden war!

Eine turbulente Geschichte, die mit viel Herzblut und Humor der Schauspielerinnen vorgeführt wurde und von einem sehr gerechten Urteil am Ende gefolgt wurde, brummte Richter Kadi den beiden ‚Streithennen‘ doch eine gemeinsame Nacht in einer Zelle auf, damit sie die Angelegenheit selbst untereinander ‚ausdiskutieren‘ sollten! Auch im dritten und letzten Fall des Richters, wurden wieder die meisten Texte von den Schauspielern gesungen. Fräulein Pandorradis höchstselbst, als ‚Ottilie Pfennigfuchser‘ und Herr Rustelix, als ‚Tiberius Blumenfreund‘, stritten auf diese Weise, um das verletzte Pferd des Fräuleins und den zerstörten Zaun, des vierschrötigen Landwirts.

Das Tier war, nach verköstigen einiger scharfer Schoten, aus dem Garten des Bauern, durchgegangen und hatte einen Pfad der Zerstörung hinterlassen. Die Gerichtsdienerin – Belaya – musste, mehr als nur einmal eingreifen, so hitzig ging es zur Sache! Zuviel möchten wir hier natürlich auch nicht  verraten – da einige unserer Leser, sich das Stück irgendwann vielleicht nochmal ansehen möchten -, doch ging es erneut hoch her und Richter Salomo Kadi, hatte es wieder nicht leicht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen!

Viel zu früh, fiel dann wieder der ‚Vorhang‘ und alle Schauspieler enterten ein letztes Mal, für den traditionellen Abschlusstanz die  Bühne des ‚Theaterhauses‘. Tosender Beifall, Zugabe-Rufe und teilweise sogar Feuerwerk – falls ich richtig gesehen hatte -, waren dann der verdiente Lohn für die Künstler und ihre grandiose Darbietung, die allen  Anwesenden, restlos gefallen zu haben schien. Bravo, erneut, Fräulein Pandorradis und ihr ‚ZiehMus‘! 

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Torbol Prallwams

    Ach Mist, leider verpasst. Danke für den ausführlichen Bericht Beuno. Vielleicht schaffe ichs ja zur dritten Aufführung, wenn es eine gibt.

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