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‚Bazar Khazad‘: Uriger Zwergenmarkt in Gondamon abgehalten!

Am vergangenen Dienstag, luden die Zwerge gen Gondamon, einer Zwergenfestung in den 'Ered Luin', ein, wo ein gemütlicher Verkaufsmarkt, mit ausschliesslich zwergischen und elbischen Händlern, veranstaltet wurde. Ab der achten Abendstunde, konnten die interessierte Kunden dort, die spezifischen Waren, die man sonst eher selten auf anderen Märkten findet, in Augenschein nehmen und gegebenenfalls, für sich erstehen.

Ich war früh genug losgereist und erreichte den, hoch auf einen Hügel gelegenen, beeindruckenden Festungsbau in Gondamon, pünktlich zur festgesetzten Anfangszeit und war – schon bevor ich das Eingangstor durchschritten hatte – gespannt, was mich dort oben erwarten würde.

Ich traf die zwergischen Händler und Veranstalter, um ein wärmendes Feuer versammelt und noch keine Anstalten machend, den Markt beginnen zu wollen. Nachdem die herzliche, gegenseitige Begrüssung, vonstatten gegangen war, klärte mich Herr Suralin auf, dass die Eröffnung, wegen des soeben eingesetzten Schneefalls, einstimmig, um gut zwanzig Minuten, nach hinten verschoben worden war, sodass ich mich ersteinmal zu den sympathischen Bartträgern gesellte und versuchte, mir die Füsse zu ‚entfrosten‘.

Nach und nach, trafen dann immer weitere Händler, aber auch schon die ersten Kunden, auf dem weitläufigen, gepflasterten Innenhof ein, der an diesen Abend, als Marktplatz dienen sollte. Neben Hobbitherrn, Johnel Geller und Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, erschien auch ‚Farbenelb‘, Herr Olodriel, der diesesmal jedoch nicht als Händler angereist war, auf der Bildfläche und wurde von den zwergischen ‚Hausherren‘ – ebenso, wie alle Besucher – herzlich Willkommen geheissen.

Auch die Grenzerhauptmänner, Sundo und Kelko Breitfusz, die ihre Grenzerstunde extra für den Markt verlegt hatten, erreichten Gondamon zeitig und in Zivilkleidung gewandet, wo sie mit Faroweis und mir zusammentrafen und uns baten, Augen und Ohren offen zu halten, damit das Erlebte, bei der nächsten Grenzerstunde, genauestens analysiert werden könnte. Ansonsten waren sie natürlich auch als ‚private Kundschaft‘ vor Ort, da sie in den ‚Ered Luin‘ ja keinerlei Amtsgewalt innehatten.

Gegen halb neun war es dann soweit, als Herr Saergin und Herr Suralin gemeinsam – im heftiger werdenden Schneegestöber -, die breiteste Treppe Gondamons erklommen und alle Anwesenden zusammenriefen, um den ‚Bazar Khazad‘ offiziell zu eröffnen.

Die beiden fanden gleichsam, warme und erbauliche Worte, die bei den, teils sehr weit angereisten, Kunden und Händler, auf offene Ohren stiessen, wobei Ziegenhändler Saergin, der eigentlich ja die Initialzündung für diesen Markt gegeben  hatte, den ‚Warganteil‘ des Redens, dem flinkzüngigen Herrn Suralin überliess, der in Sachen Rhetorik, ohnehin der erfahrenere Zwerg war.

Wie es bei den Bartträgern gute Sitte und Tradition ist, beendete Herr Suralin die Begrüssungsrede , mit Hilfe seiner beiden Kameraden von der bekannten Zwergenkapelle ‚Die’Fäustlinge“ – Herrn Feurigomus und Herrn Bakarul – mittels eines epochalen Musikstücks, welches gar majestätisch durch die altehrwürdige Zwergenfestung hallte und uns allen unmissverständlich zu verstehen gab, dass die Verkaufstätigkeiten nun beginnen durften.

Faroweis Birnhaag und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, beschlossen einen kleinen Rundgang übers Marktgelände zu starten und begannen bei einem zwergischen Met-Händler, den auch schon Herr Olodriel angesteuert hatte, um sich mit dem süffigen Gärprodukt zu versorgen. Der Zwerg, der ein waschechter Braumeister vom Berg ‚Erebor‘ war und auf den eindrucksvollen Namen ‚Tholmund Schwarzhand‘ hörte, bot seine köstliche Ware, für einen äusserst fairen Preis feil, wenn man bedenkt, welch weiten Weg er hatte hinter sich bringen müssen, um überhaupt hier verkaufen zu können.

Frisch gestärkt, den Honiggeschmack noch in den Mündern und den lallenden Olodriel zurücklassend, gingen wir dann – am werkelnden Herrn Halgoreth vorbei – zu zwei Elbenhändlern, Fräulein Nimgarthiel und Herrn Kopaka, die elbische Kunstwerke aus wahlweise, Stein, Holz oder Metall, anboten und sogar edelste Spiegel im Sortiment hatten! Die hochwertigen und nahezu lebensechten Schnitzereien, erschienen uns Hobbits jedoch zu unheimlich und auch, unser  detailiertes Konterfei im reflektierenden Spiegelglas zu sehen, hielt uns doch eher von einem Einkauf bei den freundlichen ‚Langohren‘ ab!

Ein echter ‚Augenfänger‘ auf dem weitläufigen Platz, war der einzige Tierhändler des Abends, Herr Saergin mit seinen edlen Ziegen, der seinen ‚Verkaufsstand‘ quasi mittig auf dem Areal aufgeschlagen hatte, damit den knuffigen Paarhufern genügend Platz gegeben werden konnte. Der Organisator des ‚Bazar Khazad‘, machte mit seinem gehörnten, preisgekrönten Nutzvieh, sehr guten Umsatz, wobei Herr Olodriel gleich mehrere Tiere – wohl für eine eigene Zucht – erstand und auch das Elbenfräulein Farondis, konnte sich am Ende des Abends, über eine fröhlich meckernde Begleiterin freuen.

Nach dem Schwelgen im intensiven Ziegenmief, stand mir der Sinn nach etwas edleren Gerüchen, sodass ich auf das Büdchen von Zwergenherr Feurigomur zuhielt, der allerlei Pfeifenkraut und Rauchwaren in seinem Angebot hatte. Man hatte die Qual der Wahl, zwischen etlichen Sorten, doch wurde letztendlich immer fündig. Auch ich entschied mich, nach etwas Zaudern, für einen Beutel voll ‚Sommergrünkraut-Pfeifenkraut‘, das mir noch unbekannt gewesen war, mir aber sehr gut mundete, was Herrn ‚Feurig‘ sichtlich freute.

Rauchen macht ja bekanntlich Appetit, sodass nach Herrn Feurigomurs Pfeifenkraut-Stand, der ‚Butterkuchen-und-Pökelfleisch-Stand‘ von Herrn Suralin, nur der nächste logische Anlaufpunkt war! Der Kuchen, von dem ich mir eine ganze Palette gönnte, schmeckte dann auch ganz hervorragend, sodass ich sogar Faroweis, der ja bekanntlich Chef der Bäckerei ‚Smialtörtchen‘ ist, zu mir herüberwinkte, damit er das Rezept von Suralin erfragen konnte. Übrigens bot Suralin, neben seinen Esswaren, kurioserweise, auch hochwertiges Erz feil!

Nachdem Faroweis das Butterkuchenrezept im ‚Rockschoss‘ hatte, zeigte er mir einen ganz besonderen Blickwinkel auf das Marktgeschehen, indem er mich etliche Treppenfluchten hinaufscheuchte. Die Aussicht entlohnte dann aber tatsächlich für die Anstrengungen, was diese Skizze, leider nur teilweise, wiederzugeben in der Lage ist!

Wieder auf sicheren Erdboden angekommen, begutachteten wir dann noch die Auslage des Zwergenherrn, Sloegram Starkimarm, der qualitativ höchstwertige Äxte dabei hatte und nahezu unter Wert verkaufte, wie man glauben konnte, wenn man sich dieses ‚Schmuckstücke‘ einmal genauer ansah. Während Farondis sich ein Pfeifchen schmecken liess und Olodriel noch skeptisch dreinschaute, verhandelte ich, mit Faroweis Segen, über ein neues Backstubenbeil, mit dem man auch die zähesten Rumkugeln zerteilen konnte!

Dann brach langsam die Dunkelheit herein und der Haupteil aller Verhandlungen war bereits über die Verkaufstheke gegangen, sodass es Zeit für etwas Musik wurde! Zunächst als Duo, starteten Suralin und der verspätet eingetroffene, Herr Diargi, mit einigen eingängigen Melodien, die auch den Neuankömmlingen, Durgest und Boflur, sichtlich gefielen.

Als die ‚Fäustlinge‘ dann, durch Herrn Bakarul, zum Trio angewachsen waren, folgten auch das Beorningerfräulein Nieadis und Zwergenherr Feurigomur, den fröhlichen Klängen der Musik und verloren sich ungehemmt im Tanze!

Zu einem, fast verhängnisvollen, Zwischenfall kam es dann, als der Zwergenkrieger Durgest – der vom ‚Einsamen Berg‘ stammte und wohl nichts über Hobbits wusste – mich für einen Bilwiss hielt und seine frisch erstandene Axt an mir ‚austesten‘ wollte! Zum Glück sprangen mir Nieadis und der Elbenhandwerker, Herr Feamarthon, noch rechtzeitig zur Seite, sodass es zu keinem Blutvergiessen kam und sie bei dem verdutzten Zwerg, für Aufklärung in Sachen ‚Halblinge‘ sorgen konnten.

Mittlerweile als Quartett, mit Herrn Feurigomur – plus zwei meckernder Ziegen – an ihrer Seite, liessen die Musiker von ‚Durins Faust der Gerechten‘, den ‚Bazar Khazad‘, quasi musikalisch, ausklingen und unterhielten die verbliebenen Besucher, noch für einige Zeit, mit ihren traditionellen und stimmungsvollen Weisen.

Für mich wurde es dann aber Zeit zu Gehen, sodass ich mich auf eine Abschiedsrunde begab und mich bei allen Beteiligten, für diesen tollen ‚Marktabend‘ bedankte, der wahrlich ein ganz besonderes Erlebnis gewesen war!

Mit vielen neuen Eindrücken im Kopf und zahlreichen, gekauften Waren im Bündel, liess ich die Zwergenfestung Gondamon dann wieder hinter mir und nahm mir vor – sollte es einen weiteren ‚Bazar Khazad‘ geben -, auf jeden Fall, wieder mit von der Partie sein zu wollen! Dankeschön, Saergin und allen anderen Zwergen, für diesen tollen Markt!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Ein toller Bericht lieber Beuno. Das muss ein feiner Markt gewesen sein

  2. Es war ein feiner markt
    danke für den sehr feinen bericht

  3. Tholmund Schwarzhand

    *stöbert mit einer Pfeife im Mund im Auenländer Wochenblatt*

    Ach, was für ein schöner und geselliger Abend in Gondamon das doch war, beim nächsten Mal sollten die Halblinge aber mal mehr als nur einen warmen Apfelblütenmet probieren. *schielt schelmisch zum Fass des kühlen Blonden vom Berg hinüber*

    OOC: Sehr schön geschriebener und eindrucksvoll bebildeter Bericht über einen tollen RP-Markt in Eriador!

  4. Saergin Drachenschild

    Da läuft mir doch tatsächlich ein Tränchen über die Wange beim lesen dieses schönen Artikels. Wunderbar. Ich danke euch, Herr Hobbit.

    Wem die Wartezeit bis zum nächsten Markt zu lang erscheint, kann sich ein wenig mit diesem Daumenkino beschäftigen. Vielleicht hilft es ja, die Wartezeit zu überbrücken:

    • Beuno Willowtree

      Ui, nicht weinen, Herr Saergin! 😉 Dankeschön, für das tolle Lob und den wunderbaren Markt! 😀

  5. Sehr schöner Beitrag.

  6. Aber wer hat denn nun alles einen Zwerg gekauft? Darüber steht gar nichts geschrieben. Etwas befremdlich finde ich es schon, daß es einen Markt für Zwerge gibt. Ich hoffe nur, daß dis nicht im Auenland Schule macht und der Filbu irgendwann auf dem Hobbitmarkt seine Schalotte zum Verkauf anbietet.

  7. Olodriel

    Mein lieber Beuno

    Ich habe nicht gelallt. Ich hatte ja nur einen Krug Met. Eine Frechheit sowas zu Schreiben.

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