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Aus den Geschichts-Chroniken von Michelbinge und Groß-Smials

Teil I – Die Besiedelung des Auenlandes

Da ich finde, dass man ab und an immer mal wieder etwas über die Geschichte lesen kann, habe ich beschlossen, hier ein paar Artikel zu einigen bedeutenden Ereignissen zu schreiben. Einige Ereignisse – großartige, wie auch nicht erfreuliche, sind es wert, dass man sich immer mal wieder daran erinnert. Und außerdem möchte ich damit die Geschichte unseres Volkes auch den jüngeren Hobbits näher bringen. Gerade in den heutigen Zeiten. Informativer Bericht.

 

Freundlicherweise haben mich unser geehrter Bürgermeister, Herr Weißfuß, sowie insbesondere unser hochverehrter Thain Paladain Tuk in meinen Nachforschungen unterstützt und mir Zugang zu den ganz alten Bibliotheken und Aufzeichnungen gewährt. Wie zum Beispiel zum Jahrbuch von Tukbergen. Dafür nochmals meinen ausgezeichneten Dank! Aber kommen wir nun zum Beginn – die Entstehung des Auenlandes, so wie wir es heute kennen.

In Groß-Smials

Nun, es gibt alte Sagen darüber, dass unser Volk dereinst einmal von der anderen Seite des Nebelgebirges gekommen sein soll. Wo auch immer das sein mag, aber es scheint auf jeden Fall unerhört weit weg zu sein. Auf den Landkarten in der Michelbinger Amststube ist es nicht mehr abgebildet. Es gab jedenfalls drei große Volksstämme – die Harfüße, die Falbhäute und die Starren. Die Falbhäute waren irgendwie, von der Veranlagung her, immer ein wenig die Wagemutigen und Zielstrebigen. Die Starren, als Gegenteil dazu, zurückhaltender und eigenbrötlerischer. Sie sollen daher auch als letztes auf diese große Wanderung in den Westen gegangen sein.

 

Laut einigen besonders alten und halb zerfallenen Büchern im Keller Groß-Smials trafen die ersten Hobbits um das Jahr 1300 des Dritten Zeitalters (Anm.: die Zeitrechnung der Langen) in Bree ein und ließen sich dort nieder. So nach und nach folgten weitere. Von den Starren hörte man vorläufig nichts mehr, die scheinen unterwegs einen längeren Halt gemacht zu haben. Ich vermute, dass es damals in Bree dann vielleicht irgendwann zu voll wurde. Jedenfalls zogen etwa dreihundert Jahre später – also um 1600 des Dritten Zeitalters – die ersten mutigen Familien unter der Führung der beiden Brüder Marcho und Blanco weiter nach Westen. Ihnen errichtete man später auf dem Marktplatz in Michelbinge dafür ein großes Denkmal.

Auf der anderen Seite des Brandywein fanden sie ein besonders fruchtbares und liebliches Land vor und beschlossen, sich dort anzusiedeln. In diesen alten Zeiten hatten die Langen übrigens im Norden des Breelandes noch einen König, der in einer gewaltigen und prächtigen Festung thronte – der Norburg. Der musste noch sein Einverständnis zu der Landnahme geben, und das tat er auch. Die einzige Bedingungen war, dass wir die Straßen und Brücken gut instand halten sollten. Aus dieser Zeit stammt auch die alte Redensart “wenn das der König wüsste!“, die man heute noch bei schlimmen Ereignissen verwendet. So entstand also unser wunderschönes Auenland und damit auch unsere eigene Zeitrechnung. Die beginnt mit der Besiedelung durch Marcho und Blanco und dem Jahr 1.

 

Nicht lange danach trafen dann übrigens auch die ersten Starren im Auenland ein. So um das Jahr dreißig nach unserer Zeitrechnung soll das gewesen sein. Die drei Volksstämme haben sich dann über die vielen folgenden Jahrhunderte miteinander vermischt, heutzutage lässt sich nur noch schwer sagen, welcher Hobbit welcher Abstammung ist.

Im Jahre 379 wurde unser allererster Thain gewählt. Es handelte sich hier um Bucca Aus dem Bruch, einen Vorfahr der Altbocks, die sich später in Brandybocks umbenannten. Dazu aber weiter unten mehr.

Der Thain sollte unser Herrscher an des Königs statt sein, da es den König seit dem Jahr 374 nicht mehr gab. Die Norburg im Norden war vom Heer der Angmar-Hexenmeister überrannt und geschleift worden. Und das, obwohl das Auenland damals einen Trupp Bogenschützen zur Unterstützung dorthin gesandt hatte! Das feindliche Heer muss wohl entsetzlich groß gewesen sein. Im Jahre 740 ging die Thain-Würde dann auf die Familie Tuk über. Nebenbei bemerkt, vielleicht sollten wir heute in diesen seltsamen Zeiten einmal darüber nachdenken, wieder solch eine Bogenschützen-Truppe aufzustellen. Wer weiß, was noch so kommt!

 

Das Bockland entstand übrigens im Jahre 740 unter der Führung der Familie Altbock. Die zogen damals mit Kind und Kegel und fast allen Verwandten wieder über den Brandywein und siedelten sich zwischen dem Ostufer und dem Alten Wald an. Fortan nannten sie sich   Brandybocks und errichteten ein gewaltiges und weitverzweigtes Smial –  heute bekannt als das Brandyschloß. Gerüchte besagen, dass sich damals recht viele der Starren den Brandybocks anschlossen und dass dies die Eigentümlichkeiten  und Besonderheiten der heutigen Bockländer erklären würde.

m.zw. für A.W.

  1. Eine wunderbare Zusammenfassung und gar köstlich zu lesen. Und dies sei auch aus der Sicht eines Hobby-Historikers gesagt.
    Herzlichst, Eikoweis Lautemreißer

  2. Moosgloeckchen Finkenfeder

    Hui, sowas hat Magritta aber auch mal erzählt, weil sie da bei sonder Geschichtsstunde von sonem alten Elben war…

  3. Beuno Willowtree

    Ein grossartiger Bericht und eine tolle Idee, die hobbitsche Geschichte wieder aufleben zu lassen! 🙂
    Ich weiss bloss nicht, was das mit der ‚bockländischen Eigentümlichkeit‘ bedeuten soll! *hrmpf*

  4. Tulpeline

    Es ist Interessant diese Geschichte mal wieder zu Lesen.
    Ich wäre auch für einen Bogenschützen-Trupp.

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