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Aus den Geschichts-Chroniken von Michelbinge und Groß-Smials

Teil IV Der „grausame“ Winter

Nun, werte Leser, wie es eben so ist, kann es natürlich nicht immer nur schöne Geschichten und gute Zeiten geben. Daher schreibe ich nun von einem Ereignis, von dem im Auenland heutzutage nicht mehr gesprochen wird und von dem die meisten jungen Hobbits gar nichts mehr wissen. Es handelt sich dabei um den Wintereinbruch des Jahres 2911 des Dritten Zeitalters, nach Auenländer Zeitrechnung 1311. Es ist also noch gar nicht so sehr lange her, gut 100 Jahre etwa. Einige wenige der allerältesten Hobbits haben noch dunkle Erinnerungen an diesen Winter. Informativer Bericht.

 

Der erste Schnee im Jahr 1311 kam im Monat Blothmath, zusammen mit einem ungeheuerlichen Kälteeinbruch. Alte Geschichten besagen, das es so kalt gewesen sei, dass einem der Atem in der Luft gefror und als feiner Schnee zu Boden rieselte und steif gefrorene Vögel vom Himmel fielen. Oder das manchen Leuten im Keller das Bier in den Fässern vollständig zu Eis geworden sei. Nun, solche Geschichten sind natürlich weit übertrieben.

Was sich allerdings tatsächlich ereignete, war, dass der Brandywein von seinem Ursprung an bis weit in den Süden hinunter zufror. Wenn nun solch ein schnellfließender Strom eine dicke, geschlossene Eisdecke hat, dann muss es zumindest wirklich kalt gewesen sein!

Aber das war noch nicht alles. Es wird berichtet, dass über den zugefrorenen Brandywein große Rudel von weißen Wölfen aus dem Norden ins Auenland einfielen. Riesige Bestien, wie man sie zuvor und seitdem nie wieder gesehen hat. Laut den Theorien der Gelehrten kamen sie vermutlich aus Evendim. Sie richteten große Schäden unter den Viehbeständen an und attackierten sogar Hobbits! Die Bedrohung durch diese Ungetüme war so groß, das damals sogar mehrfach das Horn von Bockland geblasen wurde, um Alarm zu geben, sobald man der Wölfe ansichtig wurde!

 

Der Winter zog sich sehr lange hin, weit bis ins Frühjahr hinein. Schnee und Frost hielten sich hartnäckig und wollten nicht tauen. Dies hatte zur Folge, dass allerortens die Vorräte knapp wurden und sich kaum noch etwas zu Essen in den Vorratskammern fand. In einigen Dörfern und Weilern herrschte bitterer Hunger. Ja, eine höchst unerfreuliche Zeit war das! Eine betagte Dame aus Hafergut berichtete mir, dass ihr Vater ihr erzählt hätte, dass damals schließlich die Waldläufer geholfen hätten, indem sie einen Teil des Auenlandes mit Lebensmitteln versorgten. Allerdings lassen sich darüber leider nirgendwo schriftliche Belege finden. Aber wer weiß, vielleicht ist an dieser Erzählung ja wirklich etwas dran.

Nun, dieser Winter war jedenfalls eine wahre Katastrophe und ging daher unter dem Namen „Grausamer Winter“ in die Aufzeichnungen und das Jahrbuch von Tukbergen ein! In einer alten Chronik der der Familie Tuk-Dachsbau habe ich auch noch ein Bild dazu gefunden, welches damals gemalt wurde.

Eisiger Abend

m.zw. für A.W.

  1. Moosgloeckchen Finkenfeder

    Ui, das muss ja schrecklich gewesen sein! Leere Speisekammern!

  2. Beuno Willowtree

    Da friert man ja schon bloss vom Lesen! *brrrrr*

  3. Tulpeline

    Uh der Brandywein war gefroren? Ohjeohjeohje. Da muss es wirklich sehr sehr sehr kalt gewesen sein.

  4. Fredoberdt Beifuss

    Ein sehr schöner, informativer Bericht, den ich leider erst jetzt kommentieren konnte, obwohl ich ihn bereits vor dem Druck gegenlesen durfte. Bravo! Weiter so. Sehr informativ!

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